Abgeordnetenhauswahl

„Blackbox“ Wahlumfragen: Warum die CDU überschätzt und das BSW unterschätzt werden könnten

Die CDU in Berlin nur bei 13 Prozent, das BSW doch über fünf Prozent? Ein Statistiker der Partei zeigt, wie unsicher Wahlumfragen sein können.

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V.l.: Werner Graf (Grüne), Steffen Krach (SPD), Elif Eralp (Linke) und Stefan Evers (CDU) bei einer Diskussionsrunde zur Berliner Abgeordnetenhauswahl am 20. September

V.l.: Werner Graf (Grüne), Steffen Krach (SPD), Elif Eralp (Linke) und Stefan Evers (CDU) bei einer Diskussionsrunde zur Berliner Abgeordnetenhauswahl am 20. September

© Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Ein Punktwert steht in Überschrift und Grafik, daneben allenfalls ein Hinweis auf die Fehlertoleranz. Was zwischen Rohdaten und veröffentlichten Umfragen passiert, bleibt für Außenstehende unsichtbar. Dabei zeigt ein Arbeitspapier von Forschern der Universitäten Potsdam und Wien, dass Umfragewerte selbst Wahlentscheidungen beeinflussen können – besonders bei Parteien an der Fünf-Prozent-Hürde.

Wie weit Punktwerte vom späteren Wahlergebnis entfernt liegen können, zeigte zuletzt Sachsen-Anhalt. Das BSW lag im letzten Umfragetrend bei vier Prozent und zog am Ende mit 5,3 Prozent in den Landtag ein. Die CDU lag bei 22,6 Prozent und erreichte nur 17,2 Prozent. Eine Differenz von mehr als fünf Punkten – die übliche statistische Schwankungsbreite liegt bei zwei bis drei Prozentpunkten.

Umfragen seien eine „Blackbox“, sagt ein Statistiker des BSW, der für die Partei eine Berliner Umfrage ausgewertet hat. Diese stammt aus der zweiten Augusthälfte. Nun konnte diese Zeitung die Zahlen mit ihm besprechen. Die Ergebnisse: Linke 22,3 Prozent, AfD 21,1, Grüne 15,4, CDU 13,5, SPD 11,8, BSW 5,5 und FDP 4,2 Prozent.

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