Angst verändert Menschen. Manche werden panisch. Andere rennen weg. Ich halte die Luft an. Wie eine Mischung aus einer Katze und einem professionellen Einbrecher schlüpfe ich durch meine Wohnungstür, vermeide es, mit meinem Schlüsselbund zu klimpern, und halte meine Atmung so flach wie möglich.
Wenn es Olympisches Anschleichen gäbe, hätte ich inzwischen gute Chancen auf eine Goldmedaille. Selbst mit einem Koffer in der Hand und einer großen Tasche im Schlepptau bewege ich mich nahezu geräuschlos in Richtung Aufzug. Dort entscheidet sich jeden Morgen, ob ich unbeschadet zur Arbeit gelange.
Brutal Berlin
Vom Kuriosum zum Albtraum: Drei Jahre Horrorhaus von Lichtenberg
Früher waren kaputte Aufzüge mein größtes Problem. Heute gehören Brände, Wasserausfälle und ein schlafender Drogenabhängiger vor meiner Wohnungstür zum Alltag. Eine Bilanz.
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Was sich direkt vor ihrer Tür abspielt, kann unsere Kolumnistin manchmal selbst nicht fassen.
© Fotoillustration: Klara Bezug für Berliner Zeitung am Wochenende. Fotos: Unsplash